Samstag, September 18, 2010

sentimentale spiele

die spätnachmittags-sonne grinzte mich an …
gelb-orange …
zwischen nochgrünen bäumen …
kinderstimmen … da draussen,
unten, irgendwo auf den hinterhöfen …
eine art samstag-nachmittag-hinterhof-idylle …
erinnerungen an früher und eine idyllische strasse ...
an jene samstagnachmittage …
wo die wenigen väter, die ein auto ihr eigen nannten,
dieses in begleitung von radiomusik wuschen und putzten …

der blick auf die brücke und das geräusch der züge …
so vertraut und eingebaut in mein unter-dem-dach-leben …
ja - ich liebe dachwohnungen (mansarden) …
und ich liebe hinterhöfe
und die geräusche, stimmen, gerüche und bilder …
eine andere welt … irgendwie verborgen …

(mansarde bezeichnet ein zimmer oder eine wohnung im ausgebauten dachgeschoss, gelegentlich auch die gesamte dachgeschoss-etage. im 18. jahrhundert verstand man darunter in frankreich eine bestimmte dachform, das so genannte "gebrochene dach": das mansarddach erleichterte den einbau bewohnbarer räume im dachbereich. der name leitet sich ab von den französischen baumeistern und architekten françois mansart (1598-1666) und dessen großneffen jules hardouin-mansart (1646-1708), die diese art der dachbau-technik in ihren zahlreichen prunkbauten in paris populär machten.)

züge rollen vorbei, laut, dreckig und langsam …
die kinderstimmen im hintergrund, schrill, fokussiert
und immer kommentare im hier und jetzt …
immer eine bestätigung des augenblickes 
kein gestern und kein morgen …
wirklich interessant ist nur der augenblick, das jetzt …
da passiert alles …
der spätsommerabend endete nie - damals …

der blick auf die dächer, die brücke, die wolken …
gerahmte welt, übersichtlich
und doch ein hauch von unendlichkeit …
wortfetzen, kirchenglocken, strassenlärm …
alles wird langsam von einem unsichtbaren abend erstickt,
verdrängt …
so langsam, das es nicht direkt auf-fällt …
die töne und das licht werden dumpfer …
alles verblasst langsam …
und das blau des himmels wird langsam zu einem blau-grau …
ich wäre gerne wieder kind …
das gestern wäre dann einfach gelöscht
nur ein traum der schon verblasst
und das morgen so unspezifisch,
so un-genau und un-scharf …
keine mauern aus worten und tat-sachen …
alles war möglich und soviel war un-ent-deckt …
alles war immer wieder neu und voller abenteuer …



im übrigen bin ich der Meinung, 
dass Karthago zerstört werden muss.